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Für Einsteiger und Anfänger gibt es viele Tipps und Infos zum Thema Teleskope bzw. welches Teleskop man kaufen soll. Diese sind von "alten Hasen" geschrieben und meist mit Fachjargon gespickt. Deshalb möchten wir uns im folgenden in 5 kurzen Punkten ohne Fachausdrücke dem Thema Einsteiger-Teleskop widmen:
Je grösser der Durchmesser des Spiegels oder der Linse, desto mehr lichtsammelnde Fläche, desto lichtschwächere Objekte können beobachtet werden. Auch das Auflösungsvermögen nimmt zu, d.h. die Abbildung wird detailreicher. Und nicht zuletzt: Es kann höher vergrössert werden. Denn für jedes Teleskop gilt: Die maximale sinnvolle Vergrösserung beträgt das Doppelte der Öffnung in Millimeter. Geht man darüber hinaus, wird das Bild dunkler und unschärfer.
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Unser Tipp:
Aufgrund des zunehmenden Preisdrucks werden immer häufiger Spiegelteleskope mit einer Korrektor-Linse im Okularauszug angeboten (sog. katadioptrische Teleskope). Diese Korrektor-Linsen haben die Funktion, die mindere Qualität des Hauptspiegels (billige "Kugel-Spiegel") zu korrigieren, was aber nur unzureichend gelingt. Diese Teleskope haben eine sehr schlechte Schärfe an Mond und Planeten. Das belegen übrigens viele Tests und Erfahrungsberichte von Sternenfreunden. Solche Testberichte findet man in vielen Internetforen. Wenn Sie ein gutes Spiegel-Teleskop wollen, achten Sie auf den Hinweis parabolischer Hauptspiegel in den technischen Daten! (Seien Sie kritisch, denn gerade bei Online-Auktionen werden Unmengen an katadioptrischen Teleskopen angeboten und leider nicht als solche gekennzeichnet) |
Eine stabile Montierung ist genauso wichtig wie eine gute Optik.
Jede kleinste Erschütterung wird durch die hohen Vergrösserungen um ein Vielfaches verstärkt. Ist die Montierung sowie das Stativ nicht stabil genug, kann bereits ein leichter Windhauch das Bild zum Zittern bringen !
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen parallaktischen (bzw. äquatorialen) und azimutalen Montierungen. Parallaktisch bedeutet "parallel zur Erdachse", d.h. dass die Montierung am Himmelsnordpol ausgerichtet wird und man durch Nachführen nur einer Achse (der sog. RA-Achse bzw. Stundenachse) die Erddrehung ausgleicht. Würde man dies nicht tun, wäre bspw. der Saturn nach spätestens 30 Sekunden aus dem Blickfeld verschwunden. Die Suche müsste von Neuem beginnen, gerade für einen Einsteiger sehr ärgerlich!
Bei azimutalen Montierungen erfolgt das Nachführen über zwei Achsen, einer horizontalen und einer vertikalen Achse.
Eine Dobson Montierung ist azimutal und durchaus für Einsteiger geeignet, da sie sehr stabil ist. Bei dieser Montierung erfolgt die Nachführung - wie gesagt - über zwei Achsen. Zwar ist hier etwas mehr Übung gefragt, jedoch ist diese Lösung deutlich preiswerter. Ein späterer Zukauf einer parallaktischen Montierung ist immer möglich. Der Tubus wird mittels Rohrschellen einfach auf die neue Montierung gesetzt.
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Bitte beachten Sie:
Skywatcher verwendet die Bezeichnung EQ-1 bis EQ-6 Pro (EQ steht für "equatorial"). Aufgrund des grossen Markterfolges dieser Montierungen gibt es EQ-Nachbauten. Diese unterscheiden sich jedoch deutlich bzgl. Stabilität und Ausbaubarkeit. Bspw. die häufig angebotene sog. "EQ-3". Dieser Nachbau trägt weniger Teleskopgewicht und kann auch nicht aufgerüstet werden (keine GoTo-Steuerung, kein DE-Motor und auch kein Polsucher möglich). Auch wird seit Neuestem eine "EQ-4" angeboten, die aber - so unser erster Eindruck - nicht die Stabilität einer Skywatcher NEQ-3-2 hat (Skywatcher bietet keine EQ-4 an). Wie die EQ-1 und EQ-2 hat diese "EQ-4" keine Schnellkupplung. |

Ein langer Tubus bringt schärfere Abbildungen an Mond und Planeten. Er ist jedoch im Deep Sky Bereich (Galaxien usw.) nicht so lichtstark ist wie ein kurzer Tubus. Weiterhin gilt zu beachten, daß mit zunehmender Brennweite der zu sehende Himmelsausschnitt kleiner wird. Damit wird das Finden von Himmelsobjekten schwieriger!
Das sog. Öffnungsverhältnis (=Brennweite/Öffnung) ist hier zu beachten (Schreibweise als Bruch: "f/x"). Je grösser die Zahl "x" desto kleiner ist somit das Öffnungsverhältnis. Der 8" Dobson hat bspw. 1200/200 = f/6.
Einfach gesagt: Ein langes Teleskop ist ein Planetengerät (bspw. f/12), ein kurzes ein Deep-Sky Gerät (bspw. f/5).
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Unser Tipp:
Für Einsteiger empfehlen wir "Allround"-Teleskope für Planeten und Deep Sky. Das sind Spiegelteleskope mit einem Öffnungsverhältnis zwischen f/6 und f/8 und Linsenteleskope zwischen f/8 und f/10. |
Für den Anfang reichen 3-4 Okulare völlig aus, d.h. Sie haben 3-4 unterschiedliche Vergrösserungen. Bitte bedenken Sie, dass Vergrösserungen über 250fach in unseren Breiten nur bei besten Bedingungen realisierbar sind. Dies ist nur an wenigen Tagen im Jahr der Fall. Übrigens hat ein Fernglas eine 10fache Vergrösserung , d.h. das Teleskop vergrössert hier 25mal höher! Die max. sinnvolle Vergrösserung liegt bei der 2 fachen Öffnung in mm. Darüberhinaus wird die Abbildung wieder schlechter. Welche Okulartypen es gibt und was sie leisten, erfahren Sie auf unserer Okularseite.
Zur Mondbeobachtung sollte ein Mondfilter verwendet werden, damit man nicht geblendet wird.
Ab 8" Öffnung empfiehlt sich ein Justierlaser, da Haupt- und Fangspiegel nach Transport aus der Justage geraten können. In nur 2 Minuten ist das Spiegelteleskop dann wieder exakt justiert.
Die parallaktischen Skywatcher Montierungen ab NEQ-3-2 und grösser lassen sich problemlos mit einer GoTo Steuerung nachrüsten. Preislich hat das Nachrüsten übrigens keinen Nachteil zum Sofortkauf!
Als Literatur empfehlen wir eine wasserfeste drehbare Sternenkarte (neben den Sternbildern müssen alle Messier Objekte, M1-M110, und einige hundert NGC Objekte verzeichnet sein!). Sowie den "Fernrohrführerschein in 4 Schritten" (siehe auch unsere Buchtipps).
sollten Sie sich das Gerät vor Ort anschauen. Sie müssen kein Spezialist sein, um zu erkennen, ob die Linsen oder Spiegel gepflegt oder bereits blind sind. Das gebrauchte Teleskop sollte nicht monate- oder gar jahrelang nur rumgestanden haben. Optik und auch Justage leiden darunter. Besser ist es, wenn das gebrauchte Teleskop bis zum Schluss verwendet wurde. I.d.R. können Sie dann von einer guten Justage und gepflegter Optik ausgehen.
Bitte bedenken Sie auch, dass ein Preisvergleich der letzten 10 Jahre einen enormen Preisverfall zeigt. Teleskop Preise sind mehr als deutlich gesunken, so dass es nur noch sehr selten richtige Schnäppchen gibt. Bspw. kostete der erste 8" Dobson von Skywatcher im Jahr 2000 etwa 1000 DM. Damals ein super Preis. Heute kostet der 8" Dobson mit wesentlich besserer Austattung (höherwertiger Spiegel, kugelgelagerter Crayford OAZ, grösserer Sucher ...) keine 300Euro mehr! Die Preise für Teleskope haben sich im Durchschnitt mehr als halbiert.
Das ist einer der Gründe, weshalb wir keine gebrauchten Teleskope anbieten. Hinzu kommt, dass die gebrauchten Teleskope erst genau zu prüfen und dann meist zu reinigen und zu justieren sind. Beim Verkauf würde ausserdem nochmal der volle MwSt-Satz fällig. Wir bitten deshalb um Verständnis, dass wir selbst keine gebrauchten Geräte ankaufen bzw. anbieten.
