Was kann ich tun, um mehr aus meinem Teleskop
herauszuhohlen?
Wir möchten hier einige Vorschläge unterbreiten, wie man mehr aus seinem Teleskop herausholen kann ohne übermässige Investitionen tätigen zu müssen. Diese basieren im wesentlichen auf der mehrjährigen Erfahrung mit einem 114er Newton, einige haben wir von anderen Sternenfreunden "abgeschaut":
1. Austausch von Okularen
Falls man noch Huyghens oder Kellner Okulare hat, sollte man diese gegen Plössls bzw. SPlössls austauschen. Man kann ja erstmal mit einem Okular anfangen und dann für sich selbst beurteilen, ob sich diese Investition für einen selbst lohnt. Für weitere Infos siehe auch unsere Okularseite.
In kalten Nächten sollte man übrigens die nichtbenutzten Okulare in der Hosentasche belassen. Durch dieses Anwärmen laufen die Okulare dann beim Einsatz nicht so schnell an.
2. Teleskop rechtzeitig rausstellen
Da ein Spiegelteleskop je nach Spiegelmaterial unterschiedliche Auskühlzeiten benötigt, sollte das Gerät mind. 30 Minuten vor dem Beobachten rausgestellt werden. Während der Auskühlzeit wackelt das Bild entsprechend stark. Durch Anbringen eines kleinen Lüfters am Hauptspiegel, kann man diese Auskühlzeit erheblich reduzieren.
Die unterschiedlichen Spiegelmaterialien (Fensterglas, BK7, Suprax, Pyrex oder Zerodur) unterscheiden sich nur bzgl. Wärmeausdehnung und damit der Auskühlzeit (und natürlich des Preises) nicht aber nach der Qualität der Abbildung. Diese wird wesentlich durch die Form der Oberfläche und deren Glattheit bestimmt.
3. Velours-Auskleidung des Tubus
Rentiert sich immer! Am besten die gegenüberliegende Seite des Okularauszuges mit einem ca. 10cm*10cm grossem Verlourspad auskleiden. Die Dinger gibt`s billig in jedem Baumarkt. Manche kleiden gleich den ganzen Tubus aus. Davon würden wir Einsteigern allerdings abraten, da die Spiegel ein- und ausgebaut sowie auch wieder justiert werden müssen.
Wie eine Veloursauskleidung aussieht, kann man sich hier ansehen.
4. Decke über Kopf und Okular-Auszug
Gerade die "Balkonier" unter Ihnen, werden sicherlich unter dem Streulicht der Strassenlaternen zu leiden haben. Wenn man mit einer Decke über dem Kopf ins Okular schaut, wird man gleich merken, dass man durch diese künstlich erzeugte Dunkelheit mehr sieht. Schaut vielleicht etwas lustig aus, aber im Winter ist es gleichzeitig auch etwas wärmer!
5. Aufstellen einer Plane als Streulicht- und Windschutz
So haben wir es bei einem Sternenfreund auf dem Internationalen Teleskop Treffen (ITT) gesehen:

Es gibt aber auch gleich komplette mobile Zeltsternwarten. Wie sowas aussieht finden Sie hier!
6. Bau oder Kauf einer bequemen höhenverstellbaren Sitzmöglichkeit
Je bequemer und entspannter man ins Okular schauen kann, desto mehr wird man auch erkennen können! Einige Sternenfreunde (wie hier auf dem ITT) sind bei Ihren Selbstbauten sehr kreativ:

Oder man besorgt sich sowas bei IKEA für ganze 25 Euro:

7. Last but not least:
Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete.
Bevor man rausgeht, sollt man sich mit einer Sternkarte klar werden, was man beobachten will. 3-5 Objekte sollte man sich heraussuchen und es auch dann bei diesen belassen. Beobachtungsvorschläge gibt`s übrigens hier!
Der Jahreszeit entsprechend anziehen: Am besten Moonboots im Winter, denn von den Füssen rauf, wird`s als erstes kalt. Und mit klappernden Zähnen sieht man halt nur verwackelte Bilder!

Teleskope WEIGEL
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