Die Okularseite

Zu einem Teleskop gehört auch ein Satz entsprechender Okulare. Okulare sind Lupen, mit denen das vom Teleskop erzeugte Bild unterschiedlich (je nach Okularbrennweite) vergrößert wird.



1. Okulartypen:


Die Okulare sind von links nach rechts mit zunehmender Brennweite (4mm bis 30mm) angeordnet:


Das eigentliche Okular ist der obere schwarze Teil. Der verchromte Teil ist die Steckhülse. Sie dient der Verbindung mit dem Okularauszug. Ausserdem werden die (Mond-, Farb-, Nebel-) Filter unten an die Steckhülse angeschraubt.
Erkennbar ist, dass die Augenlinse mit zunehmender Brennweite grösser wird und damit auch ein angenehmeres Einblickverhalten bietet.
Bei dem 4mm Ortho (links) muss man fast schon in die Linse "hineinkriechen". Wer eine Brille braucht und damit auch beobachten will, sollte bei höheren Vergrösserungen mit einer guten 2-fach Barlow Linse arbeiten, da diese die jeweilige Vergrösserung des Okulars verdoppelt.
Auch ist eine Gummiaugenmuschel als Streulichtschutz und "Kälteschutz" zum Auge (im Winter werden die Okulare äusserst kalt) zu empfehlen. Diese kann man sich nachträglich dazukaufen.

Bezeichnung

ca.-Preis

Anzahl Linsen

Gesichtsfeld

Bemerkungen

Huyghens

2 Euro

2

ca. 30 Grad

meist bei Billig-Teleskopen dabei. Schlechtes Einblickverhalten. Geringes Gesichtsfeld.

Kellner

8 Euro

3

ca. 40 Grad

ähnlich Huyghens. Etwas höheres Gesichtsfeld.

Orthoskopisch

ab 50 Euro

4

ca. 40 Grad

Geeignet für hohe Vergrösserungen (Planetenokular), gutes Einblickverhalten.

Plössl

ab 30 Euro

4

ca. 50 Grad

Plössl und SPlössl sind die gebräuchlichsten Okulare. Sie sollten bei einer guten Erstausstattung dabei sein.

SPlössl

ab 40 Euro

5

ca. 50 Grad

gemäßigtes Weitwinkelokular mit guter Bildqualität.

Erfle

ab 80 Euro

6 und mehr

ab 60 Grad

Weitwinkelokulare für niedrige Vergrösserungen und damit großem Gesichtsfeld.


2. Wichtige Parameter:

- Vergrösserung: Brennweite Teleskop / Brennweite Okular

Beispiel bei einem 114er Newton mit 900mm Brennweite und einem 25mm Plössl:

900 / 25 = 36 fach

- Austrittspupille: Durchmesser Teleskop / Vergrösserung

Beispiel wie oben: 114 / 36 = 3,17 mm

Die Austrittspupille sollte nicht grösser als 7mm sein, da die menschl. Pupille etwa nur 7mm gross werden kann. Ansonsten würde man wertvolles Licht verschenken.

- Wahres Gesichtsfeld: Gesichtsfeld des Okulars / Vergrösserung

Beispiel wie oben: 50 / 36 = 1,39 Grad

Der Vollmond hat 0,5 Grad und ist also leicht mit einem 114/900 und dem 25mm Plössl zu erfassen. Allerdings kann man die Plejaden mit 2 Grad nicht als Ganzes sehen. Mit einem 40mm Plössl würde es klappen.


3. Anschlussdurchmesser 1 1/4" oder 2":

Einsteigerteleskope sind i.d.R. mit einem 1 1/4" Okularauszug ausgestattet. Das ist auch völlig ausreichend.
2" Okulare sind ca. doppelt so teuer und optisch nicht besser als die 1 1/4 Zöller! Sie bieten allerdings ein angenehmeres Einblickverhalten und man hat den Vorteil, dass Fotoapparate ohne Randabschattung befestigt werden können. Falls man später einmal von einem 1 1/4 Zöller auf einen 2 Zöller umsteigen will, kann man mit einer sog. Reduzierhülse die bereits vorhandenen 1 1/4" Okulare weiter verwenden! 2" Okulare gibt`s aber erst ab 26mm Brennweite, d.h. die Planetenokulare sind immer 1,25".






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